• Moin,
    man soll es nicht glauben, eines meiner Hauptprobleme ist meine Endstufe... gewesen :)


    Ich habe den Kemper eine ganze Zeit lang mit einer angeblich linearen Mosfet-Endstufe verstärkt, Leistung 2x80W an 4Ohm.
    Die Endstufe ist definitiv laut genug um sich auch bei einem heftigen Drummer durchzusetzen, das klappte früher mit anderen Preamps und das geht auch mit dem Kemper.
    Es war mir allerdings nicht klar, wieviel Headroom man braucht, um mit dem Kemper und der Blueamps einen sauberen Sound zu fahren.


    Dank der Mosfets war es mit den alten Komponenten scheinbar nie ein Problem, wenn die Endstufe etwas in die Knie ging, der Sound war immer angenehm.
    In Kombination mit dem Kemper und der 2/12er Blueamps kam mir der Sound zwar immer recht drucklos vor... die Endstufe wie ein alter Käfer mit Vollgas bergauf in den Kassler Bergen...
    aber irriger Weise schob ich alles auf das Problem mit den Hifi-Höhen
    Die Höhen bekam ich durch den Tip mit dem Studio EQ im X-Slot einigermassen im Griff, die Drucklosigkeit blieb.


    Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und mich nach einer anderen Endstufe umgesehen
    Als Alternative hatte ich mir die Crown XLS 1502 ausgeguckt...
    1. Sehr leiser Lüfter
    2. Laut Testbericht ordentlich Headroom
    3. Ausreichend Leistung um die Blueamps anzutreiben
    4. 2 Ohm fest, zur Not könnte ich die Endstufe auch im Bridge Mode laufen lassen
    5. Geringe Einbautiefe
    6. Gewicht nur 4kg
    Gekauft habe ich dann das Vorgängermodell XLS 1500, alle für mich relevanten Features sind identisch und gebraucht war sie nur halb so teuer


    Ergebnis nach dem Austausch:
    1. Meine alte Endstufe mag linear sein, hat aber den Sound gefärbt, zumindest wenn sie unter Last läuft
    2. Die Decke, die vor der Box hing, ist weg, der Sound ist druckvoller
    3. Mit Endstufen ist es wie mit Hubraum :D


    Durch den Austausch der Endstufe ist der Sound bei weitem besser geworden, die Höhen klingen angenehmer, die Bässe wummern nicht mehr so, insgesamt ist der Sound viel offener geworden.
    Der Studio EQ im X-Slot bleibt, ich brauche die Höhen aber kaum noch abzusenken, Highcut bei 6500 khz reicht. Die Absenkung der Höhen ist jetzt eher ein Mittel zu Klangformung.


    Ich denke im Nachhinein, der Fehler ist, das wir wie Gitarristen an die Sache mit der Verstärkung rangehen, dabei arbeiten viele von uns beim Kempern mit Fullrange-Systemen.
    Hier gelten aber die Gesetze der P.A., Endstufenleistung möglichst 1/3 höher als Boxenleistung etc., da reichen 2x150W oder so eben einfach nicht mehr aus.
    Bestes Beispiel sind für mich die Yamaha DXR´s - die werden nicht ohne Grund bis 1kw Power haben - Headroom satt...


    In diesem Sinne, danke nochmal für die Tipps, meine Anlage steht soweit, langsam habe ich das Teil im Griff... naja, zumindest kommt jetzt Rock´n Roll raus und kein Gebritzel mehr :D


    Cya
    Fraggle

  • Das ist schön zu hören.Gut ist auch mal so ein Erfahrungsbericht. Hätte ich einen Kemper mit Endstufe, wäre ich da ganz sicher auch nicht gleich drauf gekommen!

    Durch den Austausch der Endstufe ist der Sound bei weitem besser geworden, die Höhen klingen angenehmer, die Bässe wummern nicht mehr so, insgesamt ist der Sound viel offener geworden.
    Der Studio EQ im X-Slot bleibt, ich brauche die Höhen aber kaum noch abzusenken, Highcut bei 6500 khz reicht. Die Absenkung der Höhen ist jetzt eher ein Mittel zu Klangformung.


    Ich denke im Nachhinein, der Fehler ist, das wir wie Gitarristen an die Sache mit der Verstärkung rangehen, dabei arbeiten viele von uns beim Kempern mit Fullrange-Systemen.
    Hier gelten aber die Gesetze der P.A., Endstufenleistung möglichst 1/3 höher als Boxenleistung etc., da reichen 2x150W oder so eben einfach nicht mehr aus.
    Bestes Beispiel sind für mich die Yamaha DXR´s - die werden nicht ohne Grund bis 1kw Power haben - Headroom satt...

    Ganz meine Meinung in der Sache.
    Es ist wirklich nicht einfach für einen Gitarristen derart umzudenken. Das ging mir anfangs auch so. Das braucht eben alles seine Zeit und auch die individuelle Erfahrung und die gemachten Erkenntnisse.
    Schön dass es jetzt passt. :thumbup:

  • Hi @'Fraggle`.
    Freut mich,das Du das Problem in den Griff bekommen hast!
    Eine Sache noch.Du schreibst.."...das klappte früher mit anderen Preamps und das geht auch mit dem Kemper....".
    Der Kemper ist aber an sich kein Preamp.Die Profiles beinhalten ja schon die Endstufe des Amps.Also wäre es für die Konstellation mit einer
    "färbenden Endstufe" für Dich logisch gewesen,ein Profile zu benutzen,welches nur den Preamp beinhaltet.Dann knallt auch die Mosfet-Endstufe.
    Wenn Du einen Röhrenamp nochmals über eine Röhrenendstufe jagst,dann hast Du das von Dir aufgezeigte Problem.
    Da Deine FRFR passiv ist,müßte dann aber die Cab theoretisch hinter die Mosfet-Endstufe.Also wäre dann die FRFR nicht die erste Wahl,sondern
    eine Gitarrenbox mit Speakern.
    Beste Grüße

  • Eine Gitarrenbox mit Speakern? Da muss man aber vorsichtig sein, nacher kommt aus den Speakern noch Musik raus ;)

  • Nun denn,mein lieber Eltzejupp,konkretisiere ich mal auf...."eine,für die optimale Übertragung eines elektrisch verstärkten Gitarrensignals konzipierte Schnittstelle in Form eines Lautsprechers(angeboten von Firmen wie Celestion,EV,Fender,Eminence etc.),installiert in einer eigens dafür konstruierten Box.".
    Besser? :D

  • Nun denn,mein lieber Eltzejupp,konkretisiere ich mal auf...."eine,für die optimale Übertragung eines elektrisch verstärkten Gitarrensignals,konzipierte Schnittstelle in Form eines Lautsprechers(angeboten von Firmen wie Celestion,EV,Fender,Eminence etc.),installiert in einer eigens dafür konstruierten Box.".
    Besser? :D

    Ja, besser fauler Hund

  • Letztes WE Studiosession mit dem Kemper. Ging alles recht fix. Die Sounds waren wirklich klasse, allerdings musste ich bei den MBritt Profilen doch recht viel Presence, Mitten und Höhen reindrehen. Bißchen Clarity raus, damit es nicht zu harsch wird und schon passte der Sound 1a. Keine Notwendigkeit, lange die Mikros zu justieren, flexibel und, was ich immer wieder toll finde, eine super durchdachte Bedienbarkeit. Hat richtig Spaß gemacht, das Teil.

  • Letztes WE Studiosession mit dem Kemper. Ging alles recht fix. Die Sounds waren wirklich klasse, allerdings musste ich bei den MBritt Profilen doch recht viel Presence, Mitten und Höhen reindrehen. Bißchen Clarity raus, damit es nicht zu harsch wird und schon passte der Sound 1a. Keine Notwendigkeit, lange die Mikros zu justieren, flexibel und, was ich immer wieder toll finde, eine super durchdachte Bedienbarkeit. Hat richtig Spaß gemacht, das Teil.

    Manchmal hilft es bei MBritt Profilen, die Box zu wechseln.

  • Hast Du da einen besonderen Tipp? Vieleicht gelingt es mir dann auch mal ein Britt Profil zu finden welches mir gefällt. Out of the box ist mir das weder mit Strat, Gibson usw. gelungen. Das ist frustierend, wenn man soviel Lob über die Profile hört.
    Gruß
    Frank

    ich hatte ein "Problem" mit dem Colonial Pack.
    Mir klang das etwas zu dunkel, muffig, vielleicht weisst Du, was ich meine.
    Habe dann, ich glaube sogar von Michael Britt selbst, die Empfehlung bekommen,
    an den Amp Einstellungen was zu verändern oder die Cab zu wechseln.
    Das mit den Einstellungen war net so prickelnd, aber das Ändern der Cab brachte dann
    irgendwann ein für mich sogar gutes Ergebnis.
    Wenn ich nachher am Kemper bin, schaue ich mal nach, welche Box ich mit den Colonial Profilen
    verwende.
    Bei den anderen M. Britt Packs habe ich übrigens due Cab nicht verändert.

  • Das ist genau mein Eindruck. Dunkel und muffig. Da hör ich kurz rein und und beschäftige mich in der Regel nicht mehr weiter damit, weil es undendlich viele Profile gibt die wesentlich besser klingen ( right out of the box). Ich verstehe auch manche rig packs nicht. Wenn man die neutral in den kemper läd und vernünftige Monitore dran hat klingen da jede Menge einfach bescheiden. Warum die dann zum rig pack gemacht werden? Keine Ahnung. Andere müssen doch auch hören wie schlecht da die meisten klingen ohne das man massiv eingreift ( bis zum cab Wechsel). Wenn das notwendig wird würde ich lieber auf eine Veröffentlichung als rig pack verzichten.

  • Hast Du da einen besonderen Tipp? Vieleicht gelingt es mir dann auch mal ein Britt Profil zu finden welches mir gefällt.

    Bin zwar nicht gefragt aber einen Eindruck von mir will ich gerne vermitteln.
    Die meisten MBritt Profile klingen für mich am besten, wenn man bei der Probe oder beim Gig voll Pulle aufmachen kann.
    Nehme meist auch die mitgelieferten CAB.


    Im Mix mit der Band stehen sie eigentlich für mich immer klar da.
    Zu sagen ist, dass ich mich mehr im low/mid Gainbereich bewege. (selten über 12 Uhr)
    Hab bei meinen Gig Performances momentan 3 Profile von Mike. 2x crunchiges (Jim Kelley und den neuen Peavy 5150) und ein 65 Voice ACE -Profil als low gain. - jeweils mit den Original Cabs


    Tatsächlich drehe ich aber auch meist vorsichtig am EQ Richtung Höhen und Präsenz.


    Daheim bin ich auch nicht immer so überzeugt. Aber schließlich will man ja nicht Nachbarn und Familie vergrämen. ;)

  • Hast Du da einen besonderen Tipp? Vieleicht gelingt es mir dann auch mal ein Britt Profil zu finden welches mir gefällt. Out of the box ist mir das weder mit Strat, Gibson usw. gelungen. Das ist frustierend, wenn man soviel Lob über die Profile hört.
    Gruß
    Frank

    So, hab jetzt den Kemper vor mir.
    Also in die Colonial Profile von M. Britt habe ich eine Box geladen, die sich "JCM800 HOT MOD" nennt.
    Diese stammt (vermute ich jetzt mal) aus dem JCM 800 Hot Mod Pack von TAF. Dieses Pack ist mein absoluter Liebling.

  • Nach Karneval ging gestern für uns die Live-Saison los. Erstmals nach unserem Aufenthalt im Studio den Kemper geschnappt, an die PA gehangen und...ich musste nix nachregeln. Was ein Sound...Ich hatte im Proberaum erstmal alle Profile an die DXR als Monitor angepasst und für den Mainout alles auf 0. Selbst daran musste ich nix mehr schrauben. Und was den Tontech freute...auf der Bühne war es von meiner Seite aus recht leise. Der Kemper tönt halt auch leise sehr gut. Mein Gitarrenkollege musste seinen Engl Screamer mitsamt 2x12er von Engl ziemlich zurückdrehen, sonst hätten wir für ihn die PA nicht gebraucht...Location war für 200 Personen ausgelegt und so 3/4 voll, die PA fast an 0 dB rangefahren :evil: