Kratziger Grundsound

  • Hallo,


    ich habe meinen Kemper seid ein paar Tagen.


    Was mir bisher extrem auffällt, ist das alle verzerrten Profiles die ich so ausprobiere einen kratzigen Grundsound haben. Über Kopfhörer und Studiomonitoren das gleiche.


    Cab sim ist aktiviert.


    Gibt es da irgendwelche Erfahrungen?


    Bin echt am überlegen den wieder zurück zugeben.


    Danke


    Gruß


    Martin

  • Hängt auch sehr von der Gitarre ab. Meine Hauptgitarre hat Häussler PU's mit etwas kräftigeren Signal. (Type habe ich vergessen)


    Meine persönliche Vorgangsweise:
    Clean sense im Input preset auf - 1,5 gestellt.


    Ich reduziere bei den meisten Profilen den Gain etwas und ev. auch die Definition im Amp.
    Hi/Low Cut bei 6-7 kHz/ 80-90 Hz und hebe die Low Mids (ca 400 Hz) etwas an.(1 - 2dB)


    Mit dieser Grundeinstellung komme ich meist am schnellsten zu einem brauchbaren Ergebnis, so der Grundsound meinem Geschmack entspricht.


    Wesentlich für den Endsound ist auch das richtige CAB. Leider ist bezüglich CABs der Kemper dzt. noch sehr umständlich zu bedienen.
    Letztlich haben sich für mich jedoch einige Favoriten-Cabs herauskristallisiert, so dass ich damit nicht mehr so viel Zeit verschwende.


    Ich hab etwa 3 Monate gebraucht bis ich mit dem Kemper bei GIGs so wohl und sicher gefühlt habe wie mit meinem alten Amp.
    Die Vielzahl der Möglichkeiten berauschen mich jedoch noch immer.

  • Ich würde am Anfang der Signalkette beginnen und mich dann nach hinten durcharbeiten.
    Also:
    - welche Gitarre mit welchen Pickups
    - ist das Kabel zwischen Gitarre und Kemper ok
    - wie sind die Einstellungen im Input Menü (Clean Sense, Distortion Sense, bei mir: CS -4, DS -6)
    - welche Effekte sind vor dem Amp aktiv
    - welches Profil wird verwendet
    - wie sind die Einstellungen des Amps (Gain, EQ, Definition, Clarity, ...)
    - wie sind die Einstellungen im Output Menü (eventuell zu hoher Output)
    usw. .....

  • Es ist nun mal digital und man muss sich in die Materie reinarbeiten, man darf nicht einfach den gewohnten ,, Amp in the Room Sound " erwarten.
    Wenn man sich ein bißchen mit Recording, Equalizer oder generell Frequenzen der Klampfe beschäftigt, dann merkt man erst wie genial der Kemper ist!


    Nimm mal ein Amp plus Cab auf die traditionelle Art und Weise mit nem Mikro, z.B. SM 57 ab und höre die rohe Spur an, du wirst dich wundern wie viele bissige Höhen da drin sind.
    Der Kemper gibt dir diesen Miced Sound wirklich fast eins zu eins wieder,
    gerade für das Recording und auch für Live direkt in die PA ist das Gold Wert, dafür wurde der Kemper gebaut.


    Meiner Meinung nach ist dies auch der Grund, warum so viele Profis in Sachen Tontechnik den Kemper lieben.


    Wenn es um einen Sound für die Probe bzw. Live geht, dann drehe ich manchmal auch ein bißchen am Profile herum, Studio EQ, High und Low Shift im Cabinet Modul, verschiedene Cabs mit verschiedenen Micings usw...
    Parallel dazu spiele ich den Kemper bei Proben und Live über ne 4x12er.
    Ganz ohne traditionelle Box geht's für mich dann doch nicht aber nur für die Proben und Live als ,, Backmonitor "
    Und man hat so seinen gewohnten ,, Wohlfühlsound "

  • Habe den KPA gestern zum ersten Mal mit im Proberaum gehabt und das Dingen über eine dxr10 als auch 2 HK-Audio-Monitore gespielt. Mein Kollege hat über einen Marshall JMP und eine 4x12 so wie einen Fender Deluxe gespielt. Bei mir zu Hause im Kellerstudio fand ich den Sound des KPA recht bescheiden. Die Profile teilweise kratzig und blechern. Ich war sehr skeptisch, ob man das Teil live verwenden kann.


    Ich weiß auch nicht, aber im Proberaum hörte sich die Kiste absolut großartig an. Selbst mein Kollege, der schon zig Tubes und Modeller besessen hat, meinte, dass sich das Teil richtig gut anhört und das man den KPA nicht von einem echten Röhrenamp unterscheiden kann. Ich konnte keinen Unterschied zu seinem Marshall plus Pedals feststellen und fand sogar eher, dass der Kemper ausgewogener klang.


    Ich hatte mit allem gerechnet, aber damit nicht. Ich war eigentlich darauf gefasst den KPA nur im HR-Studio zu verwenden. Seit gestern steht für mich fest, dass ich das Teil auch live spielen werde.


    bbb

  • Und deshalb spiele ich seit Jahren nur noch Kemper.
    Geiler Sound und viel weniger Gewicht schleppen!

  • Na siehst du: Ente gut - alles gut.Es sind nicht die schlechtesten Profis ,die diese Erfahrung auch schon gemacht haben ;)

    Ehrlich gesagt, hatte ich das nicht erwartet. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gesagt, da speilt einer nen richtig guten Röhrenamp. Wahrscheinlich hätte ich noch wissen wollen welchen. Bin begeistert. Jetzt bieten sich natürlich jede Menge Möglichkeiten.


    bbb

  • Live ist nochmal anders als Studio oder Proberaum.Würde mich mal interessieren wie's bei Dir läuft mit der "Einschwingkurve". (Ich selbst nähere mich selbst nach 4 einhalb Jahren noch asymptotisch an meinen Wunschsound an)

    Meine Sounds "stehen". Da curvt nix! ;-)
    Sie gefallen mir (was am wichtigsten ist), bis jetzt jedem Tontechniker mit dem wir live gearbeitet haben und anscheinend auch unserem Publikum.

  • Ich muss meine noch ein wenig von Rig zu Rig in der Lautstärke an passen und ggf. auch noch den ein oder anderen Effekt einbauen, aber grundsätzlich stehen meine Grundsounds mit denen ich dann ins Rennen gehe auch. Ich habe mir unterschiedliche Performances gebastelt mit Amps wie: DSL 100, Dumble, Soldano, Fuchs, Diaz etc jeweils von clean über crunch bis heavy lead und aus denen wähle ich dann Song für Song aus. Je nachdem wie es passt.


    Soll nicht heißen, dass ich neue Amps nicht probieren oder weiter experimentieren würde mit DIs + IRs oder Merged files etc, aber die Grundsounds für Classic Rock sind da. Darüber bin ich eigentlich sehr froh.


    bbb

  • Meine Sounds "stehen". Da curvt nix! ;-)Sie gefallen mir (was am wichtigsten ist), bis jetzt jedem Tontechniker mit dem wir live gearbeitet haben und anscheinend auch unserem Publikum.


    Ich muss meine noch ein wenig von Rig zu Rig in der Lautstärke an passen und ggf. auch noch den ein oder anderen Effekt einbauen, aber grundsätzlich stehen meine Grundsounds mit denen ich dann ins Rennen gehe auch. Ich habe mir unterschiedliche Performances gebastelt mit Amps wie: DSL 100, Dumble, Soldano, Fuchs, Diaz etc jeweils von clean über crunch bis heavy lead und aus denen wähle ich dann Song für Song aus. Je nachdem wie es passt.


    Soll nicht heißen, dass ich neue Amps nicht probieren oder weiter experimentieren würde mit DIs + IRs oder Merged files etc, aber die Grundsounds für Classic Rock sind da. Darüber bin ich eigentlich sehr froh.


    bbb

    Freut mich zu lesen !!
    Sollten wir dann nicht mal in einen regen Profil-Austausch treten ?

  • Meine Profile sind auch gekauft von ReampZone und MBritt - beide kann ich sehr empfehlen. Nutze zusätzlich für manche DIs IRs.
    bbb

    MBritt Profile habe ich auch ne Menge (gekaufter). Welche hast Du denn konkret in Betracht gezogen ?
    (Ich mache Bluesrock im Trio und habe so meine gepflegten Probleme mit nem fetten nicht allzu verzerrten Leadsound, bei dem keine Orgel oder zweite Gitarre Frequenzen klaut)
    Mein Sound geht so in Richtung Matt Schofield, Kenny Wayne Shepherd oder auch Larry Carlton

  • Der erste Test ist immer - einfach mal eine gute CD über die Abhöre spielen - wie klingt das?


    Dann spiel mal die Demo songs von verschiedenen Profile Anbietern über deine Abhöre ab - wie klingt das?
    Wenn z.B. meine Demo's
    https://www.soundside.de/shop/Profiles.htm
    auch kratzig klingen ...
    ... dann spiel die mal über gute Kopfhörer oder eine gute Stereoanlage ab.


    Wenn dein System optimiert ist - dann ist der KPA der zweite Schritt.

    (All trademarks are trademarks of their respective owners, which are in no way associated or affiliated with soundside.de)


    Great Profiles --> soundside.de

  • Danke für die vielen Antworten.


    Habe mich jetzt einige Tage mit dem KPA durchgehend beschäftigt.


    Was mir aufgefallen ist, dass einige Profiles bei mir einfach nicht funktionieren. Zum Beispiel MBritt geht garnicht. Viel zu dumpf. Ich könnte jetzt die Profiles alle bearbeiten, aber das Resultat ist nicht der große Hit und macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Habe mir von Nick K das Modern 4 Pack gekauft und die Free SinMix Profile. Der Großteil von denen funktionieren perfekt. Ausser ein bisschen am EQ brauch ich nichts ändern. Ich gehe einfach alle Profiles durch und sortiere aus. Wenns es kratzt oder zuviel anzupassen ist dann gleich delete.


    Das einzige was ich bis jetzt noch seltsam finde ist, dass ich im MainOutput EQ den Bass fast auf unteren Anschlag haben muss um über meine Rokit5 einen ausgewogen Sound zubekommen. Durch die Bank alle Profiles kommen zu basslastig rüber.
    Stelle ich den Bass auf Mitte dann fallen schon fast die Wände ein. Der Regelbereich des MainOut EQ ist also relativ klein. Einen extra EQ in alle Profiles packen ist mir zu mühselig. Ebenso das einzelne verändern der Profiles.
    Eins ist sicher, die Rokit 5 werden keine Jahre bei mir verweilen. Ein Upgrade wird da wohl noch kommen. Frage mich wer diese Monitore so gut bewerten kann wie es bei Thomann etc. der Fall ist.


    Zuerst war ich noch sehr am hadern ob ich den Kemper behalte und habe wehmütig auf mein Peavey Rack gesehen. Aber seitdem ich SinMix Profiles drauf habe fällt mir der "Abschied" von meinem Röhrenamp extrem leicht. Man muss sich nicht mehr mit einem Sound zufrieden geben.
    Gefahr besteht nur darin, dass ich mich Stunden lang am Kemper spielen kann bis ich umfalle. Man kann sich leicht in die Profile-Suche verlieren. Zum Glück hab ich eine Frau die dem ganzen Grenzen setzt :D


    Was ich mir unbedingt noch kaufe sind ein paar STL Packs. Die Producer Packs höhren sich brutal gut an. :P

  • Weil du dich über zu viel Bässe beklagst, kann es sein das deine Monitor zu nah an der Wand stehen oder stehen sie auf einem Tisch ohne Abkopplung?
    Die Rokit klingen eigentlich sehr ausgewogen, auch im Bassbereich.
    Gerade die Sache mit der Wand ist EXTREM wichtig, da sich sonst die tiefen Frequenzen aufstauen und das Low End nur noch mumpfig klingt.