In-Ear Sound =Live-Sound?

  • Hallo zusammen!

    Seit etwa einem Jahr spiele ich Bass über den Kemper-Stage im Proberaum mit verschiedenen Profilen in einer Coverband.
    Der Output geht über den Main-Out mit allen ZippZapp (Amp/Speaker…) in unseren Mischer und von da aus in mein In-Ear. Das System lief noch nie über eine PA nach „draußen“, daher sind dezente Anpassungen mittels EQ jeweils über Kopfhörer vorgenommen worden.
    Nun „muss“ das ganze auf die Bühne und mir stellt sich die Frage - nach allem Lesen über Fletcher und Munson etc., ob das denn für den Livesound über eine PA angepasst werden muss/sollte? Es wird kein Amp benutzt, nur Bass > Kemper > Mischpult.
    Schon mal vielen Dank für alle Anregungen!

    Gruß

    Stefan

  • Stehen und fallen tut das alles mit eurem Mischpult.
    Was habt Ihr den für ein Mischpult ?

    Prinzipiell sollte die InearMixes (nicht nur Lautstärek, sondern auch EQ) unabhängig vom Front of House gemischt werden können.
    Viele Bands benutzen ihr eigenes Mischpult als reinen Monitor Mixer, die Signale gehen vorher auf Splitter und werden vom Splitter zum FOH geschickt.
    Meist haben ja viele Clubs und Festivals ihren eigene Hausanlage und FOH techniker den sie auch nutzen wollen.


    Bei uns in der Band mischt sich jeder seinen Monitorsound per Handy/iPad oder Laptop so wie er es für richtig hält.
    Der FOH / PA wird unabhängig drausen (beim Publikum) gemischt.

    Wir haben einen Digitalen Rack Mixer und im Rack ensprechende Splitter verbaut.

    Wenn wir einen fremden FOH haben, geht es vom Rack/Splitter mit einer Multicore-Kabelpeitsche in die Stagebox der Clubanlage oder der Festivalanlage.

    Wenn wir selbst den FOH stellen, kann unser FOH Tech mit einem Netzwerkkabel ein MixinDesk (oder wenn wenig Platz ist ein Notebook) an den Rackmixer anschließen und alles vom FOH Platz fernbedienen.
    Im Rack sind 3HE Digital Mixer / 4HE Splitter (Rückseitig) / 3HE InEar Sender / 2HE Funk Mic Empfänger / 1HE Power Conditioner / 1 HE WLAN Router.
    Das Rack bleibt auf der Bühne, so hat man den geringsten Kabelaufwand.

    Ich habe für mich zusätzlich noch ein Monitor Kabinet am Kemper (für den Notfall , aber zu Feedback machen).

  • So machen wir das auch. Der ganze Kabelsalat geht in einen Splitter. Von da aus geht es zum FOH und in unseren Midas MR18, der ist nur für unseren In-Ear-Mix.
    Meine Frage zielt eher auf die EQ-Einstellung am Kemper ab. Ich habe in jedem Profil einen grafischen EQ, hiermit habe ich den Sound mit geringen Eingriffen (+/- 2-3 dB) so angepasst, das sich das Ganze über Kopfhörer direkt am Kemper als auch im In-Ear für mich passend anhört.

  • So machen wir das auch. Der ganze Kabelsalat geht in einen Splitter. Von da aus geht es zum FOH und in unseren Midas MR18, der ist nur für unseren In-Ear-Mix.
    Meine Frage zielt eher auf die EQ-Einstellung am Kemper ab. Ich habe in jedem Profil einen grafischen EQ, hiermit habe ich den Sound mit geringen Eingriffen (+/- 2-3 dB) so angepasst, das sich das Ganze über Kopfhörer direkt am Kemper als auch im In-Ear für mich passend anhört.

    Na dann würde ich da gar nichts am Kemper ändern.
    Wenn du einen Amp auf der Bühne hast, stellst du den auch so ein das er sich für dich gut anhört.
    Habe noch nie eine FOH Ing. kennengelernt, der dem Musiker vorschreibt wie er seinen
    Amp einstellen soll.
    Er hat genügend Möglichkeiten auf seinem Mixingboard was tolles zu Zaubern oder aus dem besten Sound Schrott zu machen.
    Kann höchstens sein das jemand sagt "dein sound ist aber schei... "

    Anyway auf dem Main-Out habe ich immer "FLAT", wenn du Frequenzen wegschneidest, sind sie unwiederbringlich Weg auf für den FOH,
    ist mir auch zuviel Aufwand und jeder Raum klingt anders. Außerdem machst du ja InEar um unabhängig vom Raum zu sein.
    Es macht aber immer Sinn beim Soundcheck sich das mal draus beim FOH anzuhören.

    Wir haben das Presonus Studio Live III 32R und das Presonus StudioLive 32SX damit kann man bereits im Proberaum auf SD Karte alle Spuren aufnehmen,

    Das Pult kann die Spuren RAW direkt nach dem Preamp speichern und die Channelsettings und Fader als Automation aufzeichnen.
    Nennt sich virtual Soundcheck, beim abspielen sieht du dann wie sich die Fader bewegen und du kannst das dann so korrigieren das es passt ohne das die Band benötigst. Damit kannst du schon mal 80% der Raum beeinflussung korrigieren.
    Ich speichere dann die Settings pro Club immer als Scene ab, dann gehts beim nächsten mal noch schneller.

  • Den Mix nach draußen (PA) würde ich vollständig dem FOH überlassen.
    Den Rest (Monitor/InEar) würde ich situativ evtl. im Output - nach Örtlichkeit - etwas anpassen. Aber eigentlich müsste es so sein, dass Du gar nichts machen musst, wenn es jetzt für Dich und die Anderen passt.

  • Im Gegensatz zu den Luxus-Gitarristen unter uns, deren Bands alle Inputs splitten, ihren Monitor-Sound mit einem und den P.A.-Sound mit einem anderen Mischpult machen können (und dafür auch noch einen Tonkutscher haben), gibt's halt noch die etwas "kleinere" Fraktion unter uns, die In-Ear-Monitoring und P.A. über das gleiche Pult machen (müssen). Mit den aktuellen Digitalpulten mit ihren vielen Aux-Ausgängen ist das ja auch durchaus darstellbar; in der kleineren Club-, Party- und Cover-Szene ist das zunehmend die gängige Ausstattung - gerade, wenn man die Frontline zum Gig auch mitbringen muss.


    In meinen Bands war das eher der Normal-Modus - nur in Ausnahmefällen mit kompetenter Haus-Technik (und nüchternem Haustechniker) hatten wir mal ein Splitter-Rack dabei...


    Dann stellt sich aber die Herausforderung, dass man für einen Eingangskanal auch nur einen EQ hat - und den braucht der Tonkutscher für die Massage des Signals für die P.A.


    Für den Monitor gibt's dann zwei Möglichkeiten: entweder geht das Signal Post-EQ in die Monitorwege (also nach der EQ-Bearbeitung) oder aber Pre-EQ (ohne EQ-Bearbeitung) - bei anständigen Mischpulten kann man das mindestens pro Monitorweg (wenn nicht pro Kanal) einstellen. Wenn Post-EQ, dann hörst Du jede EQ-Änderung des Tontechs auch in Deinen In-Ears, insofern würde ich davon abraten - also die Monitorwege definitiv so einstellen, dass der EQ des Pults das Monitorsignal NICHT beeinflusst!


    Das bedeutet aber dann, dass Du Deinen Gitarrensound am Kemper so einstellen musst, dass er ohne EQ des Mischpults für Dich im In-Ear gut klingt. Je nach Mixer kannst Du noch Dein In-Ear-Signal gesamthaft EQen (Ausgans-EQ) - aber das betrifft dann halt nicht nur Dein Gitarrensignal, sondern den ganzen In-Ear-Mix, ist also eher als Anpassung für den Klang Deiner In-Ear-Kopfhörer brauchbar als für den Gitarrensound.


    Also: Sound am Kemper In-Ear-tauglich einstellen, dann den Monitorweg am Mischpult auf Pre-EQ einrichten und das EQen der Gitarre für die P.A. dem Tontech überlassen - oder dem freundlichen Band-Kollegen, der an dem Abend halt Mischpult-Dienst hat ;-)

  • Das bedeutet aber dann, dass Du Deinen Gitarrensound am Kemper so einstellen musst, dass er ohne EQ des Mischpults für Dich im In-Ear gut klingt. Je nach Mixer kannst Du noch Dein In-Ear-Signal gesamthaft EQen (Ausgans-EQ) - aber das betrifft dann halt nicht nur Dein Gitarrensignal, sondern den ganzen In-Ear-Mix, ist also eher als Anpassung für den Klang Deiner In-Ear-Kopfhörer brauchbar als für den Gitarrensound.


    Also: Sound am Kemper In-Ear-tauglich einstellen, dann den Monitorweg am Mischpult auf Pre-EQ einrichten und das EQen der Gitarre für die P.A. dem Tontech überlassen - oder dem freundlichen Band-Kollegen, der an dem Abend halt Mischpult-Dienst hat ;-)

    Ich würde in so einem Fall mir das InEar Signal OHNE Kemper schicken lassen, und mir mit einem kleinen Analogmischer den Kemper Monitor out auf das InEar selbst drauf mischen. Ein kleiner Behringer 4 Kanal Mischer reicht da schon. Da du nur Linepegel mischst und keine Preamps vom Mischer brauchst ist das absolut unkritisch. Man kann natürlich auch den AUX IN des Kemper nutzen, meine Erfahrung ist hier "nur im absoluten Notfall" , da du dir so (sehr schnell) eine Rückkopplung einfangen kannst.

  • Ich würde in so einem Fall mir das InEar Signal OHNE Kemper schicken lassen, und mir mit einem kleinen Analogmischer den Kemper Monitor out auf das InEar selbst drauf mischen. Ein kleiner Behringer 4 Kanal Mischer reicht da schon. Da du nur Linepegel mischst und keine Preamps vom Mischer brauchst ist das absolut unkritisch. Man kann natürlich auch den AUX IN des Kemper nutzen, meine Erfahrung ist hier "nur im absoluten Notfall" , da du dir so (sehr schnell) eine Rückkopplung einfangen kannst.

    warum so kompliziert.
    monitormix in den aux in vom Kemper und Monitor out ins in Ear.
    jetzt kannst du wunderbar die Lautstärke anpassen und im Monitor out deinen eigenen QE verwenden. Voila.
    such mal bei YouTube, da gibt es ein Tutorial von Kemper selbst dazu.

  • warum so kompliziert.
    monitormix in den aux in vom Kemper und Monitor out ins in Ear.
    jetzt kannst du wunderbar die Lautstärke anpassen und im Monitor out deinen eigenen QE verwenden. Voila.
    such mal bei YouTube, da gibt es ein Tutorial von Kemper selbst dazu.

    Habe ich doch geschrieben , das ist mir zu kompliziert für den Live Betrieb.
    Du musst jedes mal in das Output Menü Page 7 um die Balance zwischen Aux In und Kemper einzustellen, und wenn du versehentlich am falschen Knopf drehst (der links daneben Aux In -> Main) schickst du das FOH Monitor Signal wieder zurück ans Pult und erzeugst eine Rückkopplung die sich gewaschen hat. Da ist eine Kleinmixer wesentlich komfortabler mit Klangreglung und ohne Gefahr die Show zu schmeißen weil du in der Hektik am falschen Knopf gedreht hast.

  • Unser Mischpult liefert individuelle Output-Mixes für alle Musiker - da braucht's kein weiteres Mischpult für jeden. Wir können uns die individuellen Mixes am Tablet bzw. Smartphone zusammenschieben - nur halt kein individuelles EQing der Kanäle. Deswegen halt am Kemper schon den Sound vernünftig zusammenbauen, dann braucht's keine Extra-Hardware...